Tiefenrausch

Tiefenrausch

Abtauchen in einzigartige Klangwelten.

für Flöte, Viola, Harfe und Streichorchester

László Weiner (1916-1944)
Concerto
Flöte, Viola, Harfe und Streicher

Gustav Mahler (1860-1911)
Adagietto aus der Sinfonie Nr. 5
für Harfe und Streicher

Martin Wettstein (1970*)
Uraufführung Tripelkonzert
für Flöte, Viola, Harfe und Streicher

Béla Bartók (1881-1945)
Divertimento
für Streichorchester

Unter dem Namen Tiefenrausch rief tacchi alti ein grossartiges Projekt für die Saison 2020/21 ins Leben: Das Ensemble hat dem Schweizer Komponisten Martin Wettstein einen Kompositionsauftrag für ein Werk in der Besetzung Flöte, Viola, Harfe und Streichorchester erteilt. Die Musik von Wettstein ist aufregend, spannend, dabei aber wohlklingend, hochvirtuos und begeistert Musiker und Zuschauer gleichermassen. Zu Tiefenrausch sagt der Komponisten Martin Wettstein: „An Tiefenrausch fasziniert mich die Ambivalenz; zuerst gibt es das ja wirklich, wenn man tief taucht, habe es in der Karibik auch selbst mal erlebt bei einem Tauchgang in der Nacht. Auf der andern Seite beschäftige ich mich aber auch mit der Meditation, die Kunst, Herr über die eigenen Gedanken und innen klar und ruhig zu werden. Diese Versenkung, der Weg vom Sturm an der (Meeres-) Oberfläche in tiefere (Wasser-) Schichten und die Visionen, der Rausch, das Erlebnis, das dabei entstehen kann - das ist immer in meiner Musik drin, und mit jeder Komposition versuche ich, darin ein wenig besser zu werden.“

Neben dieser Uraufführung von Martin Wettstein steht auch das unbekannte, aber wunderschöne Tripelkonzert von László Weiner auf dem Programm, in fast der gleichen Besetzung. Das Werk, im Original für Flöte, Bratsche, Klavier und Streichorchester, wurde von Martin Wettstein für die Trio-Besetzung von tacchi alti arrangiert und der reiche Klavierpart auf die drei Instrumente Flöte, Viola und Harfe verteilt. Dadurch gewinnt das Werk enorm an Klangfarben.

Ausser den beiden grossen Werken von Weiner und Wettstein spielen die Jungen Zürcher Harmoniker noch zwei weitere Kompositionen, welche das Programm Tiefenrausch wunderbar ergänzen und erweitern: die Stücke „Adagietto“ von Gustav Mahler und das „Divertimento für Streicher“ von Béla Bartók.

An seiner fünften Symphonie hatte Mahler über mehrere Jahre gearbeitet – 1904 fand die Uraufführung unter seiner Leitung statt. Danach hat er die Symphonie Nr. 5 immer wieder überarbeitet, es liegen davon drei Druckfassungen vor, und nahezu jede Aufführung instrumentierte Mahler neu. Noch im Winter 1910/1911, fast ein Jahrzehnt nach der Entstehung, unterzog er die Partitur einer letzten Revision und resümierte anschliessend: "Die 5. habe ich fertig, ich musste sie faktisch völlig um instrumentiert. Der mit „sehr langsam“ überschriebene vierte Satz ist eine Art Verschnaufpause in dem ansonsten lebhaften, teils krass abgründigen Werk. Manchen gilt dieses Pianissimo aus Streichern und Harfe als hingebungsvolle Liebeserklärung Mahlers an seine Frau Alma. Ein befreundeter Dirigent Mahlers schrieb: "Statt eines Briefes sandte er ihr dieses Manuskript, weiter kein Wort dazu. Sie hat es verstanden und schrieb ihm: Er solle kommen!!!"

Aus der Schweizer Sommerfrische des Augusts 1939 schrieb Béla Bartók an seinen Sohn: „Irgendwie fühle ich mich wie ein Musiker vergangener Zeiten, der von seinem Mäzen zu Gast geladen ist“. Noch konnten der ungarische Komponist und sein schweizerischer Gastgeber Paul Sacher nicht ahnen, dass es der letzte Sommer vor dem Zweiten Weltkrieg ist. Im Chalet des Basler Dirigenten und Mäzens zu Saanen im Berner Oberland logierte Bartók für seine Begriffe geradezu „überkomfortabel“. Die Aufgabe, die sein Mäzen ihm gestellt hatte, war denn auch „der Lage der alten Meister ähnlich“: es war ein Divertimento für Streichorchester. Sacher gab es für sein Basler Kammerorchester in Auftrag, und Bartók komponierte es im Laufe von nur zwei Wochen.

Sponsoren und Stiftungen

Fondation SUISA, Elisabeth Jenny-Stiftung, Elisabeth Weber-Stiftung, Schüller-Stiftung, Edwin Fischer-Stiftung, Einwohnergemeinde Cham, Stiftung Cultura, Adelheid Weber/fageb, Schweizerische Interpretenstiftung SIS, Kulturraum Thalwil, Gemeinde Thalwil, Pro Argovia Kaktus, Ria & Arthur Dietschweiler Stiftung, Migros Kulturprozent, Stadt Aarau, Aargauer Kuratorium, UBS Kulturstiftung, Ernst Göhner Stiftung, Concordia, Raum für Kultur.

Zurück

webcontact-tacchialti@itds.ch