| Schlaflos
Aus Träumen in Ängsten bin ich erwacht;
Der Tag ist gegangen, der Morgen ist fern,
Und immer hör ich den Lerchengesang; Theodor Storm
Carl Philipp Emanuel Bach
(1714-1788)Konversationssonate
Johann Sebastian Bach
(1685-1750)
Anna Bon di Venezia
(1738-1767)
Antonio Vivaldi
(1675-1741) |
Programmtext In dem ersten Trio hat man versuchet, durch Instrumente etwas, so viel als möglich ist, auszudrücken, wozu man sonst viel bequemer die Singstimme und Worte brauchet. Es soll gleichsam ein Gespräch zwischen einem Sanguineus und Melancholicus vorstellen, welche in dem ganzen ersten, und bis nahe ans Ende des zweyten Satzes, mit einander streiten, und sich bemühen, einer den anderen auf seine Seite zu ziehen; bis sie sich am Ende des zweyten Satzes vergleichen, indem der Melancholicus endlich nachgibt, und des anderen seinen Hauptsatz annimmt. Die von Carl Philip Emmanuel Bach komponierte Sonata 1, bekannt unter dem Namen Conversationssonate, lässt die zwei Instrumente Flöte und Violine miteinander sprechen, streiten und lachen. Zusammen mit dem Continuo entsteht dadurch eine sehr spannende musikalische Diskussion. Die Musik Johann Sebastian Bachs zu bearbeiten, sie für andere Instrumente einzurichten oder zu übertragen ist keine Erfindung des 20. Jahrhunderts. Schon immer wurde Musik transkribiert, kopiert und arrangiert, damit die Kompositionen zuhause auf den zur Verfügung stehenden Instrumenten nachgespielt werden konnten. So auch die Goldberg Variationen, bearbeitet für Streichtrio. Benannt ist das Werk nach dem Komponisten und Cembalisten Johann Gottlieb Goldberg, einem Schüler Bachs. Laut einer überlieferten Anekdote sollte Goldberg dem russischen Gesandten am Dresdner Hof, dem Grafen Keyserlingk, aus dem Werk vorspielen, wenn dieser an Schlaflosigkeit litt (und nicht, wie fälschlich kolportiert, um ihn damit zum Einschlafen zu bringen). Da es keine weitere Quelle für diese Geschichte gibt, da die Partitur keine offizielle Widmung enthält und da Goldberg selbst zum Zeitpunkt der Drucklegung gerade 14 Jahre alt war, wird die Geschichte inzwischen von namhaften Bachforschern nicht mehr ernst genommen. Anna Bon di Venezia (der Name weist auf den Geburtsort Venedig hin) war die Tochter von italienischen Musikvirtuosen. Anna Bon hatte eine umfassende musikalische Ausbildung am berühmten Ospedale della Pieta erhalten. Gemeinsam mit ihren Eltern erhielt sie dann eine Anstellung als Musikerin am Hof von Bayreuth. Mit ca. 16 Jahren war sie bereits Hofkomponistin in Bayreuth, denn unter diesem Titel gab sie 1758 ihr Opera Prima, die Flötensonaten heraus. Der Lebensweg Anna Bons verliert sich nach dem glanzvollen Beginn im Dunkel, wie bei so vielen Musikerinnen. Antonio Vivaldi der sich einen Ruf als phänomenaler Geigenvirtuose und exzentrischer Kleriker erworben hatte, erprobte am Hof des Grafen Morzin in Mantua die Wirkung von mit Programmen unterlegter Musik auf sein Publikum. «Il rossignolo» und «La tempesta di mare» waren dabei die ersten Versuche in diese Richtung. Das «Concerto con due violini e violoncello obligato» stammt aus dem Zyklus «L’estro armonico», was soviel wie «harmonische Eingebung» bedeutet. Das Werk zeichnet sich in den Ecksätzen durch Spielfreude, Klangsinn und Klarheit aus, während der langsame Satz durch lyrische Kraft der Solovioline besticht. |
Aufführende Barbara-Gabriella Bossert Flöte ![]() |
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