| muerte del angel
Hommage an Astor
Piazzolla
(1921-1992) |
Programmtext Nur wenige Namenspaare sind so miteinander verwoben wie Tango und Piazzolla. Der Argentinier hat den „vertikalen Ausdruck einer horizontalen Begierde“ salonfähig gemacht und es ist Zufall, dass es dazu kam. Geboren 1921 in Argentinien, wächst Piazzolla in New York auf. Mit 16 kehrt er nach Buenos Aires zurück, tingelt durch die Clubs, beginnt zu komponieren und arrangiert für zahlreiche Tangoorchester. Doch seine Ideen werden anspruchsvoller, und immer mehr Bands sind seine Kompositionen zu schwierig. Piazzolla ist enttäuscht, er will dem Tango den Rücken kehren und liebäugelt mit klassischer Musik. Arthur Rubinstein, der zur Zeit in Buenos Aires lebt, vermittelt ihm einen Lehrer - sechs Jahre Studium bei Alberto Ginastera folgen. Piazzolla studiert und komponiert, was das Zeug hält. 1953 gewinnt er einen Kompositionswettbewerb und, damit verbunden, ein Stipendium für ein Studium in Paris. Piazzolla landet bei Nadia Boulanger, und da passiert das Entscheidende: Er legt ihr kiloweise Eigenkompositionen vor, sie studiert sie kurz und sagt: „Sehr gut geschrieben. Hier bist du ein bisschen Stravinsky, hier ein wenig Bartok, hier ein Stück Ravel. Nur Piazzolla finde ich nicht.“ Boulanger verhält sich laut Piazzolla wie ein FBI-Agent und beginnt ihn auszuquetschen. Er versucht sich herauszulügen, weil er sich schämt mit dem Bandoneon Tangos in Nachtklubs gespielt zu haben. Er fürchtet, die Boulanger könne ihn „aus dem 4. Stock werfen“, denn in Argentinien ist Tango-Musiker ein Schimpfwort; Schmutz, Prostitution, Kriminalität und Unterwelt sind die damit verbundenen Assoziationen. Doch die Lehrerin bleibt hartnäckig und alles kommt ans Licht. Sie fordert ihn auf, eine seiner Tango-Komposition auf dem Klavier zu spielen. Seine Musik ist dermassen genial, dass sie ganz spontan ausruft: „Das ist Piazzolla, du Idiot!“ |
Aufführende Adrienne Rychard Gesang |
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