Horizontal expanding menu
                 
           
   

Eiszeit

Hör, es klagt die Flöte wieder,
und die kühlen Brunnen rauschen!
Golden weh'n die Töne nieder,
stille, stille, lass uns lauschen!

Holdes Bitten, mild Verlangen,
wie es süß zum Herzen spricht!
Durch die Nacht, die mich umfangen,
blickt zu mir der Töne Licht!

Clemens Brentano

Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)
Flötenquartett in D-Dur
für Flöte, Violine, Viola und Cello

Ernst von Dohnányi (1877–1960)
Serenade in C-Dur
für Streichtrio

Heitor Villa-Lobos (1887-1959)
Assobio à jato
für Flöte und Cello

Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)
Flötenquartett in A-Dur
für Flöte, Violine, Viola und Cello

 

Programmtext

Im Mittelpunkt unseres Programms Eiszeit stehen zwei Flötenquartette von Wolfgang Amadeus Mozart. Dazu kommen die Serenade für Streichtrio von Ernst von Dohnanyi und der fulminante Assobio à jato von Villa-Lobos.

Es ist paradox: Da ist Wolfgang Amadeus Mozart einer derjenigen Komponisten, die mehrere und ausgesprochen schöne Werke für die Flöte geschrieben haben, und auch in seinen Opern und Orchesterwerken hat er ihr wundervolle Aufgaben zugeteilt. Doch trotzdem geistert seit über zwei Jahrhunderten die Ansicht herum, Mozart habe die Flöte nicht gemocht. Und das Schlimmste: Dieses Gerücht hat Mozart allein in die Welt gesetzt – er selbst schrieb seinem Vater jenen berüchtigten Satz von „dem instrument, das ich nicht leiden kann“. Wir dürfen getrost glauben, dass das gelogen war.

Als Mozart von dem Amateur-Flötisten Ferdinand de Jean den Auftrag bekam, „ihm 3 kleine, leichte, und kurze Concertln und ein Paar quattro auf die flöte zu machen“, befand sich der junge Mozart in seiner persönlichen Eiszeit. Finanziell ging es ihm gar nicht gut, mit den Musikern in Mannheim war er überhaupt nicht zufrieden und eine Anstellung hatte er auch nicht. Dazu kam, dass er sich zum ersten Mal so richtig verliebt hatte. Leider blieb diese Liebe unerwidert.

Bereits zweieinhalb Wochen später lieferte Mozart das erste Werk an seinen Auftraggeber, das Quartett für Flöte, Violine, Viola und Violoncello D-Dur KV 285, welches allerdings weder kurz noch sonderlich leicht ausfiel.

In der Mitte des Programms spielen die Flötistin und die Cellistin den rasanten Assobio à jato von Heitor Villa-Lobos. Der Brasilianer durchlief keine formelle Hochschulausbildung zum Berufsmusiker, sondern blieb als Komponist reiner Autodidakt. In seinen Werken finden sich Einflüsse unterschiedlicher Strömungen brasilianischer Musik. Eingang in seine Musik fanden ferner Elemente der indigenen Kultur, die Villa-Lobos auf seinen ausgedehnten Reisen durch das Landesinnere kennenlernte.

Vor dem abschliessenden A-Dur-Flötenquartett wiederum von Mozart, spielen die Streicher die Serenade für Streichtrio C-Dur op. 10 von Ernst von Dohnanyi. Der gebürtige Ungar war bereits zu seinen Lebzeiten ein gefeierter Komponist und Pianist und ist den Spätromantikern zuzuordnen. Sein musikalisches Vorbild war Brahms.

   

Aufführende

Barbara-Gabriella Bossert  Flöte
Simone Zgraggen Violine
Andreas Fischer  Viola
Martina Brodbeck  Cello